Murmelbahn mit Antrieb bauen – Kreatives Making-Projekt für Kinder und Jugendliche

15. Januar 2026: Eine motorisierte Murmelbahn aus Pappe ist ein spannendes Making-Projekt, bei dem ein Lasercutter hervorragende Dienste leistet. Die Kombination aus klassischer Papp-Murmelbahn und einer einfachen Mechanik, die die Murmeln automatisch nach oben befördert, sorgt für einen tollen Aha-Effekt. 

Der Rücktransport der Murmeln erfolgt meist über ein Förderband, eine spiralförmige Rampe oder – wie in unserem Fall – über ein rotierendes Rad. Angetrieben wird die Mechanik von einem kleinen Elektromotor. Papprollen, Kartons und gelaserte Zuschnitte dienen dabei als Bahnelemente. 

Lernfelder in Schule und Unterricht

Das Projekt eröffnet zahlreiche Lernmöglichkeiten im Unterricht. Schülerinnen und Schüler setzen sich mit Mechanik, Elektrik und Energieübertragung auseinander und trainieren mathematische Kompetenzen beim Messen, Konstruieren und Arbeiten mit Vektorgrafiken. Durch den Einsatz von CAD-Software und Lasercuttern werden gleichzeitig digitale und medienbezogene Fähigkeiten geschult. Beim Planen, Bauen und Optimieren lernen die Schülerinnen und Schüler außerdem, Probleme zu lösen, technische Zusammenhänge zu verstehen und kreativ zu denken. 

Inspirationen und Videoanleitung 

Auf YouTube haben wir viele inspirierende Beispiele gefunden. Besonders ein Projekt hat uns gefallen: Dort transportiert ein Rad die Murmeln zuverlässig nach oben. Die Konstruktion ist vergleichsweise einfach, erzeugt aber dennoch einen beeindruckenden visuellen Effekt. 

Materialien und Werkzeuge 

Für den Bau unserer Murmelbahn haben wir folgende Materialien eingesetzt: 

  • Kartonage, meist aus Verpackungsmaterial 
  • Rundstab (5mm)
  • Getriebemotor (3–12 V) mit angelöteten Kabeln 
  • 9V-Block mit Batteriehalter und Schalter 
  • Drehzahlregler 
  • Gummiband (200mm x 6mm)
  • Kleine Plastikscheibe als Rutschsicherung 
  • Optional: 3D-gedruckter Aufsatz zur Erhöhung der Reibung 
  • Glasmurmeln (16mm)

Genutzt haben wir außerdem: 

  • Lasercutter für präzise Bauteile 
  • Vektor-Grafikprogramm für die Erstellung der Schnittdateien 
  • Feile für kleine Korrekturen 
  • Heißkleber 

Vorbereitung: Bauteile mit dem Lasercutter 

Zunächst haben wir alle Bauteile in einem Vektor-Grafikprogramm nachgezeichnet. Anschließend wurden sie mit dem Lasercutter aus Pappe geschnitten. So entstehen präzise und passgenaue Elemente, die den Zusammenbau deutlich erleichtern. Unsere Vektordaten stehen zum Download bereit. 

Die richtige Pappwahl 

Die Wahl der passenden Pappe ist entscheidend für die Funktion der Bahn. Die Radkomponenten wurden aus doppelwelliger Kartonpappe gefertigt, damit die Murmeln sicher transportiert werden und nicht herausfallen. Ebenen, Hindernisse und Stützkonstruktionen bestehen aus stabiler, einwelliger Pappe, die sich leicht verarbeiten lässt. Die Seitenwände haben wir aus Rollenwellpappe gebaut, die wir im Baumarkt besorgt haben. 

Aufbau der Murmelbahn 

Beim Aufbau orientierten wir uns an der Videoanleitung. Besonders wichtig ist die Ausrichtung des Förderrads: Wir haben es leicht nach hinten geneigt (etwa 17°), damit die Murmeln Halt finden. Treten Reibungen auf, beispielsweise durch gewellte oder unebene Pappteile, müssen die Kanten vorsichtig nachgefeilt werden. Auf diese Weise läuft die Bahn deutlich flüssiger. 

Der Antrieb 

Den Antrieb haben wir einfach gehalten: Es müssen nur wenige Kabel miteinander verbunden werden. Löten oder tiefere Elektronikkenntnisse sind nicht erforderlich. Alle Bauteile sind online für wenige Euro erhältlich. 

Wir setzen einen Getriebemotor (3–12 V) ein, der über einen 9V-Block in einem Batteriehalter mit Schalter betrieben wird. Ein Drehzahlregler zwischen Batterie und Motor erlaubt eine präzise Einstellung der Geschwindigkeit. 

Die Kraftübertragung erfolgt über ein breites Gummiband, das die Motorachse mit dem Antriebsrad verbindet. Damit das Band nicht abrutscht, haben wir eine kleine Plastikscheibe auf der Achse verschraubt. Zusätzlich haben wir die Oberfläche der Achse mit einem 3D-gedruckten Aufsatz vergrößert, um die Reibung zu erhöhen. Der Motor muss parallel zum großen Murmelrad ausgerichtet werden – bei uns ebenfalls in einem Winkel von etwa 17°. 

Fazit

Mit dem Bau einer motorisierten Murmelbahn aus Pappe können Schülerinnen und Schüler mechanisches und technisches Verständnis entwickeln, Problemlösefähigkeit trainieren und gleichzeitig Teamarbeit und Kreativität stärken. Durch den Einsatz eines Lasercutters und einfacher Materialien sammeln sie direkt praktische Erfahrungen in Konstruktion, Fertigung und elektronischer Steuerung. Das Projekt verbindet Spaß und Lernen auf anschauliche Weise und lässt sich problemlos im schulischen Kontext umsetzen. 

Wenn Sie mehr über dieses Projekt erfahren möchten oder Unterstützung bei der Umsetzung benötigen, freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme.