
30. Januar 2026: Die vergangene Woche verbrachte unsere FSJlerin Anastasia Hofmann bei der Edu Week des Landesmedienzentrums. Anlässlich der Halbzeit des FSJ digital kamen alle jungen Freiwilligen der Medienzentren Baden-Württembergs für eine Woche in Stuttgart zusammen, um in Workshops weitere Einblicke
in Medienbildung, digitale Projekte und Einsatzmöglichkeiten zu bekommen und sich untereinander auszutaschen. Hier berichtet Anastasia über ihre Erfahrungen:
Montag – Ankommen
Die Woche startet mit „Show your Stuff“. Dabei bringt jede*r ein Hobby oder etwas Persönliches aus der Freizeit mit und stellt es der Gruppe vor. Manche haben ihre Fotokamera dabei, andere zeigen Zeichnungen, wieder andere bringen sogar Boxhandschuhe mit. Ich selbst bin Tänzerin und zeige ein Tanzvideo. Anschließend folgt eine Reflexion über das bisherige halbe Jahr im FSJ. Mithilfe eines Fragenblattes denken wir zunächst für uns selbst darüber nach, wie wir uns verändert haben, was wir gelernt haben, was wir bisher aus dem FSJ mitnehmen und was wir uns für die kommende Zeit wünschen. Zusätzlich reflektieren wir an Pinnwänden mit kleinen Stickern unsere Gefühle gegenüber unserer FSJ-Stelle und teilen Gedanken oder Sorgen.
Dienstag – 2042
Ab Dienstag beginnt das eigentliche Programm. Inhaltlich dreht sich vieles um Zukunftsdenken, konkret um das Jahr 2042. Mit dem Tool Blockalot gestalten wir etwas, das für die Zukunft relevant sein könnte. Dabei spielen Aspekte wie Genderneutralität, Barrierefreiheit sowie Natur- und Tierfreundlichkeit eine zentrale Rolle. Meine Gruppe entscheidet sich dafür, ein Café der Zukunft zu entwerfen. Wir überlegen, wie ein Café gestaltet sein müsste, damit sich möglichst viele Menschen dort wohlfühlen können. Andere Gruppen planen unter anderem Hallenbäder oder Wohnsiedlungen. Besonders spannend ist der nächste Schritt, als unsere Ideen in 3D-Modelle umgesetzt werden. Aus einer abstrakten Vorstellung entsteht ein sichtbares Modell.



Mittwoch – VR
Am Mittwoch arbeiten wir weiter mit den 3D-Modellen. Unsere Bauwerke werden in eine virtuelle Welt übertragen, sodass man sie tatsächlich betreten kann. Wir gestalten einen Rundgang, der mit einer VR-Brille oder über ein Tablet erlebt werden kann. Unser Café ist wie ein kleines Museum aufgebaut: An den Wänden erklären wir unsere Entscheidungen und zeigen, wie wir Barrierefreiheit und Nachhaltigkeit umgesetzt haben.Am Abend findet die VR-Game-Night im LMZ statt. Es stehen mehrere VR-Brillen sowie eine Nintendo Switch und eine PlayStation 5 zur Verfügung. Es wird FIFA gespielt, Just Dance getanzt und verschiedene VR-Spiele ausprobiert. Der Abend bietet Raum für gemeinsames Ausprobieren und einen entspannten Tagesabschluss.
Donnerstag – Create your Workshop
Am Donnerstag sind wir selbst gefragt und zeigen Eigeninitiative. In Gruppen planen wir einen eigenen Workshop, wählen ein Thema, entwickeln einen Ablauf und überlegen, wie wir diesen Workshop selbst durchführen würden. Meine Gruppe beschäftigt sich mit der Frage, wie Lernen in Zukunft besser gestaltet werden kann. Schnell wird deutlich, dass sich im Bildungssystem einiges verändern müsste. Wir diskutieren darüber, wie Klassenzimmer aussehen sollten, wie Wissen vermittelt werden kann und mit welchen Geräten oder Materialien Lernen gerechter und sinnvoller gestaltet werden könnte. Ein besonderes Highlight der Woche ist die Führung beim SWR. Wir erhalten einen Blick hinter die Kulissen, hören live bei SWR 4 ins Radiostudio hinein und stehen direkt neben dem Moderator während einer Ansage. Anschließend besuchen wir die Fernsehstudios und erleben, wie kurz nach unserem Besuch eine Sendung live geht. Im Gespräch berichtet der Moderator außerdem von seinem beruflichen Werdegang.
Beeindruckend ist auch das Archiv im Gebäude, das noch stark im Stil der 70er-Jahre gehalten ist. Früher wurden Musikwünsche über Kassetten erfüllt, und um schneller zu sein, trugen Mitarbeitende Rollschuhe. Diese Spuren sind bis heute sichtbar.
Freitag – Agentur für Arbeit
Am Freitag ist die Agentur für Arbeit zu Besuch. Statt einer klassischen Präsentation werden die Inhalte als Quiz vermittelt. In Gruppen testen wir unser Wissen, lernen Neues dazu und stellen anschließend Fragen, die wir uns bereits während der Reflexion am Montag notiert haben.Zum Abschluss findet eine gemeinsame Reflexion zur gesamten EduWeek statt. Das Feedback der FSJler*innen wird ernst genommen und fließt in die Weiterentwicklung zukünftiger EduWeeks ein. Danach treten wir die Heimreise an.
Fazit
Während der EduWeek erweiterte ich meine Kenntnisse in der Planung und Strukturierung von Workshops und setzte mich intensiver mit Virtual Reality auseinander. Besonders spannend war für mich die Führung beim SWR, die mir einen tollen Einblick in die professionelle Medienarbeit gab. Wie auch bei den vorherigen EduWeeks trug die Zusammenarbeit mit den anderen FSJler*innen maßgeblich zu einer positiven und produktiven Atmosphäre bei.