
08. Mai 2026: Der Katastrophenhelfer Milo hat bei einem Rettungseinsatz seinen Arm verloren. In unserer Geschichte erhält er jedoch einen neuen mechanischen Arm mit besonderen Fähigkeiten. Genau diesen Spezialarm sollten die Drittklässler unserer Making-AG entwickeln. Dafür nutzten wir das Lego Spike Essential Set. Die Kinder sollten Erweiterungen für den Arm bauen, die direkt am eigenen Arm getragen und durch Bewegungen gesteuert werden können. Dazu wurde der Lego-Hub mit einem Gummiband am Unterarm befestigt. Der im Hub eingebaute Gyrosensor erkennt dabei Veränderungen der Lageposition.

Doch wie sollten die Erweiterungen an der Hand oder den Fingern befestigt werden? Dafür haben wir spezielle Lego-Ringe 3D-gedruckt, die an den Fingern getragen werden können. Auf diesen Ringen lassen sich Lego-Aufbauten befestigen. Als Aktoren standen den Kindern Motoren, die LED-Matrix sowie Sounds zur Verfügung.

Zu Beginn der Stunde zeigten wir einen einfachen Aufbau am eigenen Arm, um den Kindern die Steuerung durch Bewegung vorzuführen. Gemeinsam überlegten wir anschließend: Wo begegnet uns solche Technik im Alltag? Schnell nannten die Kinder Spielkonsolen mit Bewegungssteuerung. Auch Smartphones und Smartwatches wurden erwähnt, da diese ebenfalls Gyrosensoren enthalten. So entstand direkt eine Verbindung zwischen der Lebenswelt der Kinder und der eingesetzten Technik. Anschließend stiegen wir mit der Geschichte von Milo in das Projekt ein und präsentierten dazu passende Szenenbilder. Die narrative Rahmung half den Kindern dabei, eigene Ideen zu entwickeln. Im Plenum sammelten wir zunächst mögliche Funktionen des Spezialarms und überlegten gemeinsam, wie diese technisch dargestellt werden könnten.
Schnell entstanden kreative Vorschläge:
- Ein Schutzschild für Milos Hand
- Eine aktivierbare Superkraft
- Ein Löschstrahl mit Wassergeräuschen
- Ein Scanner
- Eine Gefahrenanzeige auf der LED-Matrix
- Eine Energieanzeige für den Arm
Dabei wurde deutlich, dass die Funktionen nicht realistisch umgesetzt werden mussten. Vielmehr ging es darum, Ideen symbolisch darzustellen. Fantasie und Vorstellungskraft spielten deshalb eine zentrale Rolle.
Bauen, Coden, Präsentieren
Nun begann die Bau- und Programmierphase. Alte Ideen wurden verworfen, neue entwickelt und Konstruktionen immer wieder angepasst. Am Ende entstanden ganz unterschiedliche Spezialfunktionen, die im Plenum präsentiert wurden: Ein Team entwickelte eine Kreissäge, mit der Verletzte aus Unfallautos befreit werden können. Wird der Arm nach rechts gedreht, startet die Säge. Nach links gedreht stoppt sie wieder. Die LED-Anzeige zeigt zusätzlich den Arbeitsfortschritt an. Andere Teams bauten einen Bohrer, einen Scanner und ein Team entwickelte einen „Diskoarm“, der auf Handbewegungen mutmachende Musik und Lichteffekte abspielte. Besonders spannend war zu beobachten, wie unterschiedlich die Kinder dieselbe Aufgabe interpretierten.
Mit einer Gruppe von Kindern, die bereits über grundlegende Erfahrung in der Arbeit mit Lego Spike verfügt, ist dieses Szenario in einer Doppelstunde gut machbar.





Natürlich lief nicht alles problemlos. Unsere 3D-gedruckten Lego-Ringe konnten anfangs andere Legosteine nicht zuverlässig halten. Deshalb klebten wir kleine originale Lego-Plättchen auf die Ringe. Das funktionierte gut mit Multikleber oder dünnem doppelseitigem Klebeband.
Auch der Betrieb des Gyrosensors erwies sich teilweise als unzuverlässig. Manchmal funktionierte die Bewegungserkennung problemlos, manchmal nicht. Teilweise half es, sowohl die App als auch den Hub neu zu starten. Wir bleiben an diesem Problem dran und aktualisieren diesen Artikel, sobald wir neue Erkenntnisse haben.
Fazit
Das Projekt bot den Kindern einen ersten Zugang zu Technologien, die in ihrer Lebenswelt zunehmend präsent sind. Durch Bewegungen des eigenen Körpers steuerten sie Motoren, Sounds und Anzeigen und erfuhren so unmittelbar, wie Mensch und Computer über Sensoren miteinander interagieren können. Gleichzeitig entstand ein praktischer Einstieg in das Thema Wearables. Die Kinder entwickelten eigene tragbare Technik und lernten spielerisch, wie Bewegungssensoren funktionieren.
Wenn Sie weitere Fragen zu diesem Unterrichtsszenario haben oder Unterstützung beim 3D-Druck der Lego-Ringe benötigen, freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme.